Antifaschismus ist keine „Gefahr“ – er ist die notwendige Antwort
Maja ist seit über 530 Tagen in Ungarn inhaftiert und wird in einem schon vor der Inhaftierung begonnenen politischen Schauprozess angeklagt. Das Regime von Viktor Orbán hat die sogenannte „Rechtsstaatlichkeit„ systematisch abgeschafft und durch politische Willkür ersetzt. Es herrscht ein faschistoides System in Ungarn. Dort wird Maja als „gemeingefährlich“ verunglimpft. Regierungsvertreter haben ihr Urteil bereits durch die Medien verkündet – noch vor Prozessende.
Und Deutschland? Deutsche Behörden wussten von den Rechtsbrüchen und den unmenschlichen Haftbedingungen in Ungarn. Das Bundesverfassungsgericht hatte die Auslieferung zunächst untersagt – eine Entscheidung, die von deutschen Behörden faktisch übergangen wurde. Und Teile der deutschen Presse – Selbst sogenannte seriöse, bürgerliche Blätter – übernehmen unkritisch die Narrative von Neonazis. Sie stellen Maja als skrupellos und brutal dar. Sie stellen die Antifa als Gefahr für die „gesellschaftliche Ordnung“ dar.
Doch ich frage uns alle: Was ist das für eine „Ordnung“, die hier beschützt wird?
Eine Ordnung, in der rechte Gewalt im Jahr 2025 einen neuen Höchststand erreicht hat? Unzählige Menschen erleben täglich Anfeindungen, Bedrohungen und Gewalt durch Nazis und andere Rechte, die versuchen, ihnen das Leben zur Hölle zu machen. Rechte Positionen, die noch vor einigen Jahren geächtet waren, werden heute voller Selbstbewusstsein öffentlich geäußert.
Dabei leben wir in einem Land, dessen Regierung unter bereitwilliger Hilfe und Zustimmung großer Teile der Bevölkerung vor 80 Jahren viele Millionen Menschen auf Basis einer wahnhaften Ideologie ermordet hat. Die Verbrechen des Nationalsozialismus haben gezeigt, was passiert, wenn Faschisten an der Macht sind. Eine Entnazifizierung, insbesondere in Westdeutschland, hat nie stattgefunden. Auch nach 1945 bekleideten Nazis hohe Ämter in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und vor allem im Sicherheitsapparat. Viele Institutionen in Deutschland haben diese Kontinuität bis heute nicht wirklich aufgearbeitet. Und auch heute kommt die Gefahr nicht nur von rechts, sondern sitzt tief in den staatlichen Institutionen, egal ob das sogenannte „Hannibal-Netzwerk“, der NSU 2.0 oder rechtsextreme Chats bei der Polizei und Bundeswehr.
Genau diese Institutionen brandmarken nun den Antifaschismus als terroristische Gefahr. Das ist kein Zufall. Das ist System.
Warum wird heute jede Form von echtem Widerstand sofort als ‚extrem‘ oder ‚unmoralisch‘ abgestempelt? Das System will uns in eine Ecke drängen, in der wir nur noch symbolisch stören dürfen. Wir sollen Lichterketten halten und bunte Bildchen posten – eben so tun, als würden wir kämpfen, solange wir bloß nichts wirklich kaputt machen. Das ist die perfekte Illusion von Protest. Doch Antifaschismus ist kein Hobby! Es ist der notwendige Schritt, weg von leeren Phrasen, hin zum Angriff auf die wirklichen Machtverhältnisse!
Denn Antifaschismus ist die notwendige Praxis, um Nazis daran zu hindern, was sie eben tun, wenn man sie nicht daran hindert. Diejenigen bedrohen und nach Möglichkeit umzubringen, die nicht in ihre beschränkte Welt passen. Antifaschismus muss dort eingreifen, wo der Staat wegsieht oder mitmacht. Das bedeutet Selbstorganisierung jenseits staatlicher Strukturen.
Der Faschismus ist eine gewaltvolle Ideologie. Rechte Gewalt ist wie ein Feuer, das permanent gelöscht werden muss. Wenn man aufhört, es zu löschen, kann es sich schnell zu einem Flächenbrand entwickeln. Der Aufstieg der Rechten weltweit ist auch die Krise des liberalen Systems. Der Kampf für Maja ist auch ein Kampf gegen die „Festung Europa“.
Deshalb müssen wir uns organisieren. Wir müssen laut sein für Maja und für alle anderen inhaftierten und angeklagten Antifaschist:innen. Ihre Freiheit ist unsere Freiheit. Ihr Kampf ist unser Kampf.
Deshalb fordern wir klar und deutlich:
Free Maja! Free all Antifas
weiß nciht wohin damit, fände ich noch wichtig, aber kein Muss:
Warum wird heute jede Form von echtem Widerstand sofort als ‚extrem‘ oder ‚unmoralisch‘ abgestempelt? Das System will uns in eine Ecke drängen, in der wir nur noch symbolisch stören dürfen. Wir sollen Lichterketten halten und bunte Bildchen posten – eben so tun, als würden wir kämpfen, solange wir bloß nichts wirklich kaputt machen. Das ist die perfekte Illusion von Protest. Doch Antifaschismus ist kein Hobby, sondern die notwendige Entscheidung, aus der Welt der hohlen Worte in die Realität überzutreten und Machtverhältnisse tatsächlich anzugreifen.
Es ist doch absurd: Wir schauen zu, wie die US-Regierung darüber bestimmt, welche antifaschistischen Gruppen hierzulande überhaupt noch ein Bankkonto haben dürfen. CDUler wie Roman Poseck oder Alexander Throm denken bereits laut darüber nach, auch n Deutschland Antifaschismus wie Terrorismus zu behandeln.
